Aus dem Verlag.

Kapital Medien, 27. März 2015
Beate-Uhse-AG.png

Turnaroundstory lädt zum Einstieg ein

Alles andere als sexy ist die Börsengeschichte der Beate Uhse AG (ISIN DE0007551400). Mit viel Tamtam und nackter Haut wurde die Aktie 1999 zu einem Kurs von 7,20 Euro an die Börse gebracht, seit geraumer Zeit befindet sich das Papier jedoch auf Pennystock-Niveau und notiert aktuell bei etwa 0,70 Euro. Die jüngsten Entwicklungen deuten aber darauf hin, dass das Tal der Tränen durchschritten sein könnte.

Nach dem Börsengang wurde bei Beate Uhse vieles falsch gemacht. Viel zu lange verließ man sich auf die – meist in Bahnhofsnähe liegenden – Ladengeschäfte, die vorwiegend von männlichen Kunden besucht wurden. Doch die Zeiten änderten sich. Aufgrund der immer besser und schneller funktionierenden Internetverbindungen sank die Nachfrage nach Erotik-DVDs rapide. Zudem findet in der letzten Dekade eine zunehmende Emanzipation auch in erotischer Hinsicht statt, für die schmuddelige Verkaufsstellen nicht geeignet sind. Kein Wunder, dass Umsatz und Ergebnis bei Beate Uhse lange Zeit nur einen Weg kannten, nämlich nach Süden.

Restrukturierung gelungen
Doch das Management rund um den Vorstandsvorsitzenden Serge van der Hooft hat die richtigen Schritte eingeleitet. Der Onlinebereich wurde ausgebaut, Filialen in C-Lagen wurden geschlossen, besser positionierte Geschäfte erfuhren einen Sortimentswechsel, der die neu definierte Hauptzielgruppe „Frau“ anspricht. Und die bislang für 2014 vorliegenden Zahlen deuten eine Trendwende an. So schloss das Unternehmen die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2014 mit einem gesteigerten EBIT von 2 Mio. Euro ab. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 145 bis 150 Mio. Euro sowie einem operativen Ergebnis von 5 bis 7 Mio. Euro.

Erfolgreiche Anleiheplatzierung
Mit den ersten Anzeichen des operativen Turnarounds gelang es der Gesellschaft im Juni letzten Jahres, eine Unternehmensanleihe im Volumen von 30 Mio. Euro zu platzieren. Neben der Bereinigung von Altschulden sollen die eingeworbenen Mittel zur Finanzierung von Investitionen, des Einkaufs und des weiteren Wachstums der Beate-Uhse-Gruppe sowie zu Investitionen in das Brandmarketing, d. h. der weiteren Umsetzung des Marken-Relaunch, verwendet werden und verschaffen dem Unternehmen ausreichend Luft für den vorgesehenen Expansionskurs.

Fifty Shades of Grey
Besonders viel verspricht sich Beate Uhse vom kürzlich angelaufenen Film „Fifty Shades of Grey“. Das Unternehmen hatte den Film im In- und Ausland gemeinsam mit Kinos promotet und die Lagerbestände für einige Produktgruppen ausgeweitet – zum Beispiel für Handschellen, Liebeskugeln und Peitschen. „Wir reagieren damit auf eine Entwicklung in der Gesellschaft“, lässt sich der Vorstandschef zitieren. „Sex ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, die Offenheit für unsere Produkte gewachsen.“ Der Film werde Beate Uhse helfen, neue Kundengruppen zu erschließen. „Wir sehen da große Umsatzpotenziale in Europa“, so van der Hooft.

Lust auf die Aktie?
Das Sentiment ist also derzeit günstig für die Beate Uhse AG. Das derzeitige Kursniveau liegt bei 0,61 Euro. Kurse bis 0,70 Euro bieten aus unserer Sicht ein ideales Einstiegsniveau für risikobereite Anleger, die auf eine Fortsetzung des Turnarounds setzen. Das mittelfristige Kursziel setzen wir bei mindestens 1 Euro an, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 0,55 Euro platziert werden.

Maximilian Fischer, Redaktion AnlegerPlus
Design Linkable