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AnlegerPlus Online, 14. Oktober 2011
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Fonds: Profis kaufen – Privatanleger verkaufen

Der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) registrierte im August Rückflüsse von netto 4,1 Mrd. Euro aus Investmentfonds. Im Gegensatz zum Oktober 2008, dem Monat der Lehman-Insolvenz, hielten sich die Rückflüsse im August aber in Grenzen. Institutionelle Anleger investierten im August 2011 sogar fast 1,3 Mrd. Euro in Spezialfonds.

 

Aus der aktuellen Investmentstatistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management e.V. (BVI) geht hervor, dass aus Publikumsfonds im August 2011 5,4 Mrd. Euro abflossen. Institutionelle Anleger investierten im August hingegen fast 1,3 Mrd. Euro in Spezialfonds, daraus ergibt sich insgesamt ein Rückfluss aus Investmentfonds von netto 4,1 Mrd. Euro.

 

Ausgehend von den einzelnen Fondsgattungen ergibt sich folgendes Bild: Aus Aktienfonds flossen per saldo knapp 4,1 Mrd. Euro, aus Mischfonds rund 1,6 Mrd. Euro ab. Geldmarkt- und Rentenfonds konnten dagegen von der Schwäche der Aktienmärkte profitieren. Hier gab es Zuflüsse von netto rund 1,4 Mrd. Euro in Geldmarktfonds und 0,9 Mrd. Euro in Rentenfonds. In geldmarktnahe Euro-Kurzläuferfonds flossen im August 1,7 Mrd. Euro. Insgesamt beläuft sich das verwaltete Vermögen durch Investmentfonds auf 1.762,3 Mrd. Euro. Das sind 2,5 % weniger als noch im Juli 2011.

 

Trotz der heftigen Börsenturbulenzen hielten sich die Rückflüsse in der Fondsbranche im August 2011 jedoch in Grenzen. „Im Monat der Lehman-Pleite verlor der DAX 9,2 %, im August [dieses Jahres, a.d.R.] büßte der DAX rund 19 % ein“, erklärt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Investment und Asset Management e.V. (BVI). „Es ist verständlich, dass nach diesem starken Kurseinbruch die durch die Staatsschuldenkrise ohnehin schon verunsicherten Anleger verkauften. Verglichen mit 2008 halten sich die Verkäufe jedoch in Grenzen, die Anleger haben insgesamt besonnen reagiert“, zieht Richter Bilanz. Zum Vergleich: Nach der Lehman-Insolvenz im Oktober 2008 zogen Anleger innerhalb eines Monats rund 46 Mrd. Euro aus Publikumsfonds ab.

 

An der allgemeinen Lage dürfte sich auch im September nichts geändert haben. Die Börse Hamburg teilt aktuell mit, dass die Umsätze im Fondshandel im September auf 122,5 Mio. Euro gesunken sind. Noch im August hätten die Anleger Fondsanteile im Wert von rund 201,0 Mio. Euro gehandelt. „Dieser Rückgang ist vor allem auf die Euro-Krise und den Umgang der Politik mit diesem Thema zurückzuführen. Insbesondere Privatanleger sind kaum noch im Markt investiert“, sagt Stefan Wildner, Makler bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG. Umsatzspitzenreiter an der Börse Hamburg sind die geschlossenen „offenen Immobilienfonds“, also die offenen Immobilienfonds, bei denen die Kapitalanlagegesellschaften keine Anteile mehr zurücknehmen und die Börse derzeit der einzige Handelsweg ist, Performancespitzenreiter waren Short-ETFs.

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus
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